BERUFSAUSBILDUNG LOHNT SICH!
Verband Schweizerischer Elektro-Installationsfirmen, 8005 Zürich
Herr Erich Schwaninger, Leiter Berufsausbildung VSEI
Wir haben folgende Fragen gestellt:
1. Lohnt es sich für Jugendliche immer noch eine Berufsausbildung zu machen?
2. Lohnt es sich für Ihr Unternehmen Berufsnachwuchs auszubilden?
3. Stimmt die Aussage von Benjamin Franklin auch heute: «Investitionen in Wissen und Ausbildung bringen immer noch die besten Zinsen.»
4. Was können/sollen die Lehrkräfte in Zukunft unternehmen, um ihre Schüler besser auf die Anforderungen der Berufswelt vorzubereiten?
1. Selbstverständlich lohnt sich eine Berufslehre, heute mehr denn je, denn die Zeiten sind vorbei, als Maturandinnen und Maturanden von der Wirtschaft mit Stellenangeboten überschwemmt worden sind. Berufserfahrung ist wieder vermehrt gefragt und diese wird in der Lehre ab dem ersten Tag vermittelt. Die Berufslehre ist die ideale Verbindung von Berufspraxis und Theorie und bildet ein solides Fundament für die berufliche Entwicklung. Das Entwicklungspotenzial nach der Lehre ist praktisch unbegrenzt, und der Anschluss an weiterführende Schulen, speziell zu den Fachhochschulen bis hinauf zur akademischen Bildung wie auch zu anderen Berufsfeldern, steht offen und ist gewährleistet.
Gut ausgebildete Fachkräfte, die den Weg über die Berufslehre beschritten haben, bilden die tragende Säule jeder Volkswirtschaft. Daneben braucht es sowohl Hilfskräfte wie auch Akademiker. Doch nur mit Hilfskräften und Akademikern kann es natürlich nicht funktionieren; die Berufswelt braucht einen Qualifikationsmix.
2. In die Bildung zu investieren lohnt sich immer, vor allem in den eigenen Berufsnachwuchs. Wer ausbildet, hat die richtigen Berufsleute und bringt sich selber in die Ausbildung ein. Lehrlinge sind für den Betrieb auf verschiedene Weise wertvoll: Neben der Arbeitsleistung bringen sie neue Ideen und Schwung sowie von der Berufsschule her neues und aktuelles Wissen in den Betrieb hinein. Nicht zuletzt ist es auch ein übergeordneter Auftrag, die Jugendlichen auszubilden. Wird das vernachlässigt, steigen die Jugendarbeitslosigkeit und damit die sozialen Probleme.
3. Bildung ist eine sehr langfristige Sache. Wer erst dann beginnt, in den Berufsnachwuchs zu investieren und diesen auszubilden, wenn er die Fachleute benötigt, kommt hoffnungslos zu spät. Ausbildung ist eine permanente Angelegenheit und darf nicht zyklisch erfolgen. Die Wirtschaftszyklen ändern vielfach schneller als die Dauer der Ausbildungsgänge. Die Aussage von Benjamin Franklin ist heute noch genauso aktuell wie damals und wird es noch lange bleiben.