Ergotherapie rückt die Handlungsfähigkeit ins Zentrum. Sie geht davon aus, dass Tätigsein ein menschliches Grundbedürfnis ist, und dass gezielt eingesetzte Tätigkeit eine therapeutische und gesundheitsfördernde Wirkung hat. Das heißt Behandeln durch alltagsnahe Aktivität, abgestimmt auf die individuelle Lebenssituation des Patienten. Es ist eine ganzheitlich ausgerichtete medizinisch-therapeutische Behandlung, die auch psychologische, pädagogische und soziale Aspekte einbezieht. Ziel ist, Menschen in jedem Lebensalter, die vorübergehend oder dauernd durch Krankheit oder Behinderung in ihrem Handeln beeinträchtigt sind, zu größtmöglicher Selbständigkeit zu verhelfen. Ergotherapeut und Ergotherapeutin sind darauf spezialisiert, (Alltags)-Handlungen oder Tätigkeiten in kleinste Schritte zu zerlegen und diese zu analysieren. Welche Anforderung stellt die Tätigkeit an die körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Menschen? Wie kann er sie mit der Behinderung selbständig bewältigen? Sie arbeiten meist auf ärztliche Verordnung. Sie sind vorwiegend in Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen und Behindertenwerkstätten oder selbständig in der eigenen Praxis tätig.