Richter/in

Richter/in

Berufsbeschreibung
Richter und Richterin führen den Vorsitz bei Gerichtsverhandlungen und entscheiden bei Strafsachen und Streitigkeiten: Sie fällen die Urteile, die sie dann auch schriftlich festlegen und begründen. Um zu einem Urteil zu kommen, studieren sie die Akten, hören die Parteien an, vernehmen Zeugen, befragen Expert/innen, berücksichtigen Gesetzesartikel und frühere Gerichtsentscheide und beraten sich im Richterkollegium. Sie führen ausserdem Vergleichsverhandlungen. Richter und Richterin sind in verschiedenen Gerichten und in verschiedenen Funktionen tätig, als Jugend-, Bezirks-, Ober-, Bundesrichter/in. Ihr Aufgabenbereich ist dementsprechend unterschiedlich. Als Bezirksrichter/in beurteilen sie in erster Instanz Zivilstreitigkeiten und Straffälle, vernehmen Zeugen und nehmen Beweise auf. Als Oberrichter/in befinden sie in zweiter Instanz über Rekursfälle von Zivilstreitigkeiten und Straffällen sowie bei besonders schwerwiegenden und komplizierten Fällen. Als Jugendrichter/in entscheiden sie bei Straftaten von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren über das Strafmass und erzieherische Massnahmen. Bundesrichter/innen befassen sich in letzter Instanz mit kantonalen Gerichtsentscheiden, Bundesstrafrichter/innen mit Straftaten, die in die Zuständigkeit des Bundes fallen wie Terrorismus oder organisierte Kriminalität, Bundesverwaltungsrichter/innen mit Beschwerden gegen Entscheide der Bundesverwaltung.

In den meisten Kantonen werden Richter und Richterin auf Vorschlag von politischen Parteien durch das Volk oder das Parlament gewählt.

Hinweis: Friedensrichter/innen vermitteln als erste gerichtliche Instanz zwischen Parteien bei Zivilkonflikten in Friedensrichterämtern und bei Bezirksgerichten. Sie sind Laien ohne juristische Ausbildung.
Ausbildung Richter/in
Es gibt keine Ausbildung als Richter/in. Richter/innen werden normalerweise von politischen Parteien zur Wahl gestellt. Ein gewisser Bekanntheitsgrad ist darum wichtig.
Anforderung
Für die Wahl in ein Richteramt:
Abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaft, Master of Law, an einer Universität, Schweizer Bürgerrecht, mehrere Jahre Berufspraxis am Gericht oder in einer Anwaltskanzlei.
Je nach Kanton sind die Bestimmungen unterschiedlich. In zweisprachigen Kantonen sind Kenntnisse beider Sprachen notwendig.

Interesse an der Rechtsprechung, logisch-abstraktes Denkvermögen, Entschlusskraft, Belastbarkeit, Verhandlungsgeschick, gute Ausdrucksweise, Verantwortungsbewusstsein, Objektivität.
Entwicklungsmöglichkeiten
Berufserfahrung ist für die Laufbahn wichtig und um die verschiedenen Richterstufen zu erreichen.
Nachdiplomstudien an Hochschulen.
Doktorat (Dr. jur.): 2-3 Jahre.
Berufskunde Jobmedia
© Berufskunde-Verlag der Alfred Amacher AG, Bahnhofstrasse 28, CH-8153 Rümlang