Supervisor/in

Supervisor/in

 
Berufsbeschreibung
Supervision richtet sich an Einzelpersonen, Gruppen und Teams, die im Arbeitsprozess stehen. Ziel einer Supervision ist, die Supervisand/innen (Personen, die Supervision in Anspruch nehmen) beim Bewältigen von schwierigen beruflichen Aufgaben zu unterstützen.

Je nach Supervisionsform und Arbeitsumfeld sind die Themen unterschiedlich. Doch stets geht es für die Supervisand/innen darum, die eigene Handlungsweise zu reflektieren und Schlüsse daraus zu ziehen, die fachlichen und psychosozialen Kompetenzen zu erweitern, Machtstrukturen transparent zu machen und entsprechend zu handeln oder die Beziehungsdynamik gegenüber anvertrauten Menschen (z.B. Mitarbeitende, Schüler/innen, Klient/innen, Patient/innen) zu verstehen und Distanz und Unabhängigkeit ihnen gegenüber zu bewahren.

Themen können sein: das persönliche Entwicklungsziel im Rahmen der beruflichen Tätigkeit, Stress- oder Konfliktbewältigung im Arbeitsumfeld, das Klären der eigenen Rolle und Funktion, das Vorbereiten auf eine neue Funktion, das Entwickeln und Umsetzen von spezifischen Projekten, das Verbessern der Teamarbeit, das Besprechen von «Fällen» aus dem Arbeitsumfeld.

Coaching, Supervision und Organisationsberatung sind Beratungsformate, die Lern-, Veränderungs- und Entwicklungsprozesse im Arbeits- und Berufsumfeld unterstützen. Entscheidend für eine gute Beratung ist nicht die Bezeichnung, sondern das sorgfältige Klären sowie Bearbeiten der Anliegen.
Ausbildung Supervisor/in
Die berufsbegleitende Ausbildung ist je nach Angebot unterschiedlich aufgebaut, oft sind die Lehrgänge in Module gegliedert.
Die Ausbildung dauert in der Regel zwischen 2 bis 3 1/2 Jahren.
Je nach Lehrgang erfolgt die Ausbildung nur in Supervision oder in Kombination mit Organisationsberatung/-entwicklung und/oder Coaching.

Lehrgangsanbietende können ihre Angebote durch den BSO (Berufsverband für Supervision, Organisationsberatung und Coaching) anerkennen lassen.
Anforderung
Es bestehen verschiedene Bildungsangebote, die Anforderungen sind unterschiedlich. In der Regel wird eine qualifizierte Berufsausbildung oder abgeschlossenes Hochschulstudium, Fachhochschulstudium oder abgeschlossene Höhere Fachschule verlangt. Ausserdem sind meistens 5 Jahre Berufspraxis nachzuweisen, die Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Erwachsenen aufzeigt. Nachweis von mindestens 30 Stunden Supervision in der Rolle als Supervisand/in.
Während der Ausbildung muss die Möglichkeit bestehen, Supervisionspraxis zu erwerben.

Berufs- und Beratungs- oder Führungserfahrung, Wertschätzung gegenüber Menschen, Einfühlungsvermögen, Konfliktfähigkeit, Sozialkompetenz, Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der eigenen Person, Fähigkeit zur Selbstreflexion, Geduld.
Entwicklungsmöglichkeiten
BSO-Anerkennung (Einzelpersonen können Verbandsmitglied werden und sind dann berechtigt den Berufstitelzusatz BSO - eingetragene Marke - zu tragen). Die Anerkennung verpflichtet zur permanenten beruflichen Fortbildung, zur Einhaltung aller berufsethischen Grundsätze, zur regelmässigen Teilnahme an einer Intervisionsgruppe und zur Durchführung des Qualitätsentwicklungsgespräches im 3-Jahres-Zyklus.
Weiterbildung durch Fachliteratur. Ausbildungsinstitutionen, Branchenorganisationen, Fachhochschulen und Universitäten bieten verschiedene Kurse, Seminare und andere Veranstaltungen zur Weiterbildung an.
Berufskunde Jobmedia
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